Nördliche Wallhalbinsel

Lübeck – 2018

Nördliche Wallhalbinsel

Lübeck – 2018

Mehrfachbeauftragung –  3. Rang

Die Leitidee des Konzeptes basiert auf der bereits vor 125 Jahren erfolgten Ausformung des Geländes mit den Hafenschuppen, den Gleisen sowie dem Granitpflaster in den ursprünglichen Mischverkehrsflächen. Dies wird sowohl mit den beiden neuen Gebäuden als auch in der Freiraumplanung konsequent aufgegriffen und weiterentwickelt.

An der neuen Zufahrt zur Halbinsel entsteht ein Eingangsplatz, der an zwei Seiten von Neubauten gefasst wird. Das neue Hotel bildet mit einer dreigeschossigen Giebelseite eine kräftige Platzfassade aus. Korrespondierend dazu nimmt das Medienhaus den diagonalen Anschnitt des Platzes auf.

In dem überlieferten Pflasterbelag werden lediglich Fehlstellen ausgebessert und behutsame Ergänzungen vorgenommen. Für die barrierefreie Begehbarkeit werden die Köpfe des historischen Granitpflasters in ausgewählten Bereichen geschnitten. An den Kaikanten wird ein Weg zwischen den Gleisen als Ortbetonweg ausgebaut, um so einen barrierefreien Rundweg zu ermöglichen.

Durch die Anordnung der Stellplätze in der Mitte der zentralen Achse gelingt es, optimal nutzbare Flächen für die verschiedenen Verkehrsarten innerhalb des gewünschten „shared space“ zu gewinnen. Zentrales Element der Möblierung des öffentlichen Raums sind verschiebbare Bankelemente, die auf den Gleisen stehen und das Thema „Waggon“ neu interpretieren.

Die Verwendung von Grünelementen ist an diesem Ort mit der historischen Hafennutzung nicht überliefert. Zukünftig bestimmen Wohnen, Kultur, Hotel und Medien den Nutzungsmix auf der Nördlichen Wallhalbinsel. Blühende Kirschbäume sind am südlichen Platzrand des Entrée locker verteilt und folgen auf zwei weiteren Plätzen zwischen den Schuppen der strengen geometrischen Grundform der Wallhalbinsel. Die Wallanlagen, die als historische Schicht unter der Wallhalbinsel liegen, werden bei der Gestaltung zweier Plätze artifiziell nachempfunden: durch terrassenförmig modellierte, vielfältig nutzbare Rasenflächen. Als grüne Oasen inmitten der steinernen Umgebung.